Augsburg

28. Juni 2010 20:33

Augsburg ist die drittgrößte Stadt Bayerns und neben Trier und Kempten eine der drei ältesten Städte Deutschlands. Von den Römern gegründet, spielte sie vom Mittelalter bis zur Zeit der Industrialisierung innerhalb Europas eine herausragende Rolle und trägt heute noch den Beinamen der „Fuggerstadt“. Die Anfänge Augsburgs liegen mehr als 2000 Jahre zurück: Ihre „Keimzelle“ war das Militärlager Augusta Vindelicum, welches zwei römische Feldherren im Auftrag ihres Stiefvaters Kaiser Augustus am Zusammenfluss von Lech und Schwertach aufschlugen. Über 400 Jahre lang gehörte die Stadt zum römischen Reich, wuchs und entwickelte sich. Dies hatte sie ihrer militärischen Bedeutung im römischen Imperium als auch der verkehrsgünstigen Lage am Schnittpunkt europäischer Handelswege zu verdanken. Letztere blieb auch im Mittelalter ein Vorteil Augsburgs, denn die Handelswege folgten weiterhin den antiken Römerstraßen. Der im 13. Jahrhundert erlangte Status der Freien Reichsstadt bildete schließlich die Grundlage für Augsburgs höchste wirtschaftliche Blütezeit. Diese erlebte die Stadt im 15. und 16. Jahrhundert durch die Bank- und Metallgeschäfte der Welser und Fugger. Deren Finanzkraft machte Augsburg zur Weltstadt, die während Renaissance und Rokoko ihren kulturellen und künstlerischen Höhepunkt erreichte. Zu jener Zeit standen die Augsburger Gold- und Silberschmieden und die Druckerkunst in voller Blüte, berühmte Maler und Musiker wie Holbein und Leopold Mozart schufen hier ihre Kunstwerke. Mit der Industrialisierung schließlich begann Augsburgs Moderne – und mit ihr die Zeit der technischen Erfindungen. Rudolf Diesel entwickelte hier den ersten Diesel-Motor, Linde baute die erste Kältemaschine und Messerschmitt produzierte das erste Serien-Düsenflugzeug. Diese Vergangenheit ist auch heute noch in den historischen Bauwerken sichtbar, welche sich zu Ensembles oder Vierteln zusammenballen. So ist die historische Altstadt mit dem Lechviertel sehenswert, ebenso die Maximilianstraße mit ihren mittelalterlichen bis barocken Prachtbauten. Außerdem sind natürlich der Dom “Unsere liebe Frau” und das Augsburger Rathaus mit den Prachtbrunnen einen Besuch wert, natürlich auch die Fuggerei und die Fuggerhäuser, die ehemalige Fürstbischöfliche Residenz und das Schaezlerpalais. Auf einem Rundgang durch die Stadt begegnet man auch den Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigung – sie bestehen aus mehreren noch gut erhaltenen Türmen und Toren. Wer sich für Art Nouveau interessiert, der findet in den großbürgerlichen Wohnhäusern des Beethovenviertels wunderschöne Beispiele dieses Baustils. Heute zeigt sich Augsburg jedoch nicht nur als traditionsreiche Stadt, sondern auch als Ort der Moderne, Kunst und Kultur. Hier sind 8 verschiedene Theater ansässig – darunter das Stadttheater, das weltberühmte Marionettentheater „Augsburger Puppenkiste“ und mehrere Häuser, die experimentelles Theater oder Kabarett auf die Bühne bringen. An einem Regentag können Museumsliebhaber eines der zahlreichen Augsburger Museen besuchen. Hier sind besonders das Maximilianmuseum und die im Schaenzlerpalais und im Glaspalast untergebrachten Kunstsammlungen empfehlenswert. Ein Muss für alle Besucher Augsburgs sind selbstverständlich auch die Geburtshäuser von Bertolt Brecht und Leopold Mozart, welche Ausstellungen zu deren Leben und Wirken beherbergen. Das einzigartige kulturelle Profil der Stadt zeigt sich überdies in der großen Vielfalt und hohen Qualität jährlich wiederkehrender Festivals. Es liegt auf der Hand, dass das städtische Kulturamt dem Brechtfestival und dem Event „Deutsche Mozartstadt“ besondere Bedeutung beimisst. Einen weiteren und ganz eigenen kulturellen Akzent hingegen setzt der „Jazzsommer“ im Botanischen Garten. Die Augsburger Dult, ein großes Volksfest, findet zweimal jährlich statt und zieht Tausende von Besuchern an. Dies ist auch die einzige Möglichkeit im Jahr, das Turamichele zu sehen. Dabei handelt es sich um die Figur des Erzengels Gabriel, welcher zur vollen Stunde in einem Fenster des Perlachturmes erscheint und dem Teufel jeweils so viele Stiche wie Glockenschläge verpasst. Höhepunkt jedes Veranstaltungsjahres ist letztendlich das Hohe Friedensfest am 8.August, denn an diesem Tag ist nur in Augsburg – und nirgendwo sonst in Deutschland -  Feiertag. Alle drei Jahre vergibt die Stadt im Rahmen dieses Festes den Augsburger Friedenspreis, den unter Anderem schon Michail Gorbatschow und Richard von Weizsäcker erhielten.

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