Aachen

28. Juni 2010 20:38

Aachen ist nicht nur die westlichste Großstadt Deutschlands, sondern auch die Stadt Karls des Großen, der heißen Quellen und Bäder. Im Dreiländereck nahe der Grenze zu Belgien und den Niederlanden gelegen, zeugen ihre zahlreichen Sehenswürdigkeiten von einer reichen Vergangenheit und sind Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Der Städtename ist vom Altgermanischen „Ahha“ abgeleitet und bedeutet „Wasser“. Schon die Römer wussten von der Heilkraft der heißen Quellen der Region, siedelten dort und begannen mit der städtischen Bebauung. Nach der Vertreibung der Römer durch die Franken wählte Karl der Große den Aachener Hof zu seiner Residenz und legte mit der Erbauung der Pfalzkapelle den Grundstein zum heutigen Aachener Dom. Die Residenz entwickelte sich in den kommenden 600 Jahren zum Krönungsort für insgesamt 31 deutsche Könige und Kaiser, und wurde 1166 freie Reichsstadt. Im 13. Jahrhundert entwickelte sich hier die Tuchfabrikation und blieb über Jahrhunderte der wesentliche Wirtschaftsfaktor Aachens. Bei einem verheerenden Brand wurde 1656 fast die gesamte gotische Innenstadt zerstört. Ein Verlust, der dadurch wettgemacht wurde, dass sich Aachen in der Folgezeit zum europäischen Modebad entwickelte: Zar Peter von Russland, Friedrich der Große, Casanova und Georg Friedrich Händel kurten hier. Nach der französischen Revolution gehörte die Kaiserstadt zuerst 20 Jahre lang zu Frankreich, wurde dann wieder preußisch und nach dem 1.Weltkrieg belgisch. Im 2.Weltkrieg schließlich wurde sie zu 65 Prozent zerstört, zählte aber schon 1946 wieder 100.000 Einwohner. Von dem Wiederaufbau der Stadt profitierten natürlich auch die historischen Bauwerke, an deren Pracht sich heute glücklicherweise jeder erneut erfreuen kann. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist wohl das im Jahre 800 vollendete Wahrzeichen der Stadt, der Aachener Dom. Hier begeistern nicht nur die Architektur des imposanten Kuppelbaus, sondern auch der Karlsthron und der Domschatz. Letztere ist der bedeutendste Kirchenschatz nördlich der Alpen. Am Friedrich-Wilhelm-Platz schließlich befinden sich die Wandelhallen des klassizistischen Elisenbrunnens. Der von Karl Friedrich Schinkel fertig gestellte Bau ist neben Dom und Rathaus eines der Wahrzeichen der Stadt und wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder originalgetreu aufgebaut. Nicht weit davon, inmitten der historischen Altstadt, befinden sich das im 14.Jahrhundert erbaute Aachener Rathaus und noch drei weitere äußerst sehenswerte gotische Gebäude – nämlich Haus Löwenstein, das Grashaus und das Büschelpalais. Neben den Überresten der mittelalterlichen Stadtbefestigung erzählen nicht nur klassizistische und nach Plänen von Cremer und Schinkel errichtete Prachtbauten, sondern auch die zahlreichen wunderschönen Brunnen von der Vergangenheit – letztere insbesondere von der Bedeutung des Wassers für die Entwicklung Aachens zur mondänen Kurstadt. Aachen hat aber nicht nur Historie und kunstvolle Bauwerke zu bieten – die Stadt repräsentiert auch Genuss, Kultur und Humor, ist gastlich und sportlich. Hier ernährt man sich nicht nur von den berühmten Aachener Printen, sondern kann sich alles überall in angenehmer Atmosphäre und bei bestem Service schmecken lassen, hier kann jeder auf seine Art übernachten und gut schlafen. Die Auswahl in Gastronomie und Hotellerie ist groß – von der Studentenkneipe bis zum Top-Restaurant, vom Spitzenhotel bis zur familiären Pension ist in der Kaiserstadt alles vertreten. Und auch für Museumsbesucher ist bestens gesorgt. Vier große Museen präsentieren historische und zeitgenössische Kunst und bieten für jeden Geschmack etwas. Wer Kultur und Bühnenaufführungen liebt, der kommt in einem der vier Theater Aachens sicher auf seine Kosten – oder besucht die Verleihung des Karlspreises, das Aachener September Special oder den Wein Sommer. Humoristen und Sportinteressierte hingegen werden sich sicher die Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst oder das weltbekannte Pferdesportturnier CHIO anschauen wollen – und sich auf diese Weise einmal kurz unter die feine Aachener Gesellschaft mischen. Vielleicht erfährt man ja dann, warum die Aachener mit dem kleinen Finger winken…Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit, als Kinder in der Nadelfabrikation arbeiteten und fehlerhafte Nadeln mit Hilfe des abgespreizten Fingers aussortierten. So entstand der „Oecher Gruß“…

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